BAUABNAHME & BEWERTUNG

Auftraggeber sollten fertige Baumaßnahmen nicht vorbehaltlos entgegennehmen. An dieser Stelle besteht die letzte Chance übersehene Baumängel anzuzeigen und Nachbesserungen einzufordern. Ohne Bauabnahme wird die vertragsgemäße Ausführung indirekt als bestätigt angesehen bzw. ein späteres, rechtliches Verlangen zur Mängelbeseitigung wird schwerer durchzusetzen sein und muss dem Bauunternehmen nachgewiesen werden.

Bei einer ausführliche Schlussabnahme und bei  Erstellung des Abnahmeprotokolls ist Fachwissen in baurechtlicher und bautechnischer Hinsicht gefragt.
Wir können bei der ordnungsgemäßen Durchführung der baulichen Abnahme und dem formalen Ende der Ausführungsphase helfen. Wir wissen um die Tücken im Innenausbau, wo Schwachstellen entstehen und Ausführungsfehler lauern.

Die Raumstylisten unterstützen Sie bei:

  • Suche und Anzeigen optischer Mängel
  • Ermittlung entstandener Bauschäden
  • Testen auf Funktionalität, Bedienbarkeit, Einrichtung und Leistung
  • Kontrolle auf Vollständigkeit der ausgehändigten Unterlagen, Protokolle und Dokumentation
  • Beaufsichtigung und Nachprüfung zuvor festgestellter Mängel
  • Begutachten der vertraglich zugesicherten Ausführungen und Abmachungen
Beratung & Begleitung

Nicht nur vor und während der Bauphase bieten wir unsere Dienste an. Zum Baumanagement gehört auch ein geordneter Bauabschluss mit einer protokollierten Abnahme und der, von allen Seiten schriftlich bestätigten, mängelfreien Übergabe.

Wir begleiten Sie in der ganzen Endphase, beraten über zeitlich günstige Abläufe,  das weitere Vorgehen bei Schadensfeststellung, Bewertung und Einstufung von Ausführungsmängeln, setzen von Fristen, etc..

Wann muss die Abnahme erfolgen?

Grundsätzlich müssen die zur Abnahme ausstehenden Arbeiten so gut wie vollendet sein. Nur unwesentliche Restarbeiten oder geringfügige Mängel dürfen noch offen stehen. Voraussetzung sind die vertragsgemäße Eigenschaften und die bestimmungsgemäße Benutzbarkeit.

Eine Teilabnahme, einzelner Gewerke oder Bauabschnitte sollte nur dann stattfinden, wenn sie auch vorher vertraglich vereinbart wurden oder der Gesetzgeber klare Vorgaben setzt, weil im Vertrag von beiden Parteien nichts festgelegt wurde.

Welche Bauabnahmen sind möglich?
  • Die Regel einer verbindlichen Anerkennung der geschuldeten Bauleistungen ist eine förmlichen Bauabnahme mit Werksbesichtigung, Abnahmeprotokoll und beidseitiger, schriftlicher Bestätigung.

  • Die stillschweigende Abnahme ist gekennzeichnet durch das Handeln und das Verhalten des Bauherren, mit dem er seine   
    bedingungslose Zustimmung erteilt. Beispielweise durch eine vorbehaltlose Bezahlung der Handwerkerrechnung, der Einzug in das Haus trotz eventueller, nicht angezeigter Mängel oder das Abrüsten der Fassade. Der Bewilligungswille muss stets im Einzelfall bewertet werden.

  • Ein fiktive Bauabnahme setzt voraus, dass der Handwerker die fertigen Arbeiten ausdrücklich anmeldet. Wenn also der Bauherr eine schriftliche Mitteilung über die vollendeten Bauleistungen erhält und mit einer Frist von 12 Werktagen zur Abnahme aufgefordert wird. Verstreicht diese Frist, gilt die Leistungserbringung als angenommen und akzeptiert.
Durchführung der Bauabnahme

Die bauliche Abnahme ist dem Bauherren oder eines mit allen Vollmachten ausgestatteten Vertreters vorbehalten.
Es sollte einvernehmlich vor Ort geklärt werden, inwieweit die Bauarbeiten vollständig und vertragsgemäß erbracht worden sind und nach den allgemeinen Regeln der Technik eingehalten wurden.

Zum vereinbarten Termin treffen sich also die Entscheidungsträger, sowie mögliche Sachverständige
zur Unterstützung. Wichtige Einzelheiten der Besichtigung und Begutachtung werden in einem Abnahmeprotokoll vermerkt und dokumentiert.
Die Unterschriften beider Vertragspartner besiegelt die korrekte Fertigstellung mit Ausnahme kleiner Nachbesserungen aus dem Protokoll.

Ab diesem Zeitpunkt können sichtbare Mängel nicht mehr gerügt werden. Beanstandungen von nicht sichtbaren Mängeln können im Einzelfall auch noch nachträglich erfolgen.
Mit der Fertigstellung stellt sich meist auch die Frage nach dem Beginn der Gewährleistung und die  Zustellung der Endrechnung an den Auftraggeber.

Einfacher und wesentlicher Mangel

Schon während der Bauphase sollte frühzeitig Mängel aufgezeigt und beseitigt werden.
Sollte zur Bauabnahme noch Mängelansprüche bestehen müssen diese unterschieden werden.

  • Auftretende kleine und einfache Mängel werden ins Abnahmeprotokoll aufgenommen und innerhalb einer Frist nachträglich beseitigt. Die allgemeine Abnahme findet statt.
  • Die Feststellung eines wesentlichen Mangels tritt auf, wenn sich die Beseitigungskosten auf mindestens 10% der gesamten Gegenleistung belaufen. Hierbei kann der Auftraggeber die Bauabnahme vor Behebung wesentlicher Schäden verweigern. 
  • Auch mehrere, unwesentliche Mängel können, zusammengenommen, eine Abnahmeverweigerung darstellen.